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Germanische Nationalhymnen |
E I N F Ü H R U N G
Von Zeit zu Zeit werden immer wieder einmal Stimmen laut, die behaupten, Nationalhymnen seien nicht zeitgemäß in unseren Tagen. Denn diese Hymnen, so begründen böse Zungen, sind entstanden im Zeitalter des erwachenden Nationalismus der Völker. Unsere Zeit aber strebe ja gerade die Überwindung eines engen nationalstaatlichen Denkens und Handelns an, weil die friedliche Gemeinschaft der Völker, das große und erstrebenswerte Ziel sei, das zu verwirklichen, für die Staatsmänner in aller Welt oberstes Gebot sein müsse.
Ein solches Wort der Ermangelung mag, etwa aus der Warte der Befürworter eines Vereinten Europas gesehen, sicherlich als begründet erscheinen. Jedoch wollen wir nicht verkennen, dass die Landeshymnen für die Angehörigen eines jeden Volkes geheiligte und sorgsam gehütete Wahrzeichen sind, welche die gleiche Ehrerbietung und den gleichen Schutz genießen wie die Fahnen und sämtliche Kulturgüter der Völker, die für die gesamte Menschheit von unschätzbarem Wert sind. In ihnen äußern sich Liebe zum Vaterland, Stolz auf die Heimat und das Schaffen der Vorväter. Kein anderes Lied wird darum von den Menschen mit solch innerer Anteilnahme gesungen wie ihre eigene Landeshymne, aber auch keinen Liedern soviel Achtung entgegengebracht wie den Hymnen der Völker.
Nationalhymnen bilden den feierlichen, würdevollen Auftakt und Abschluss öffentlicher Zusammentreffen von Menschen über trennende Ländergrenzen hinweg. Wann jemals zuvor aber waren Zusammenkünfte von Angehörigen verschiedener Völker so zahlreich wie heute? Man findet bei Sportveranstaltungen zusammen, bei Weltjugendbegegnungen oder bei politischen Gesprächen, man empfängt Staatsoberhäupter und Gesandtschaften, man feiert Kulturwochen und Festspiele, und ebenso wie die persönlichen Begegnungen von Mensch zu Mensch tragen bei solchen Anlässen gewiss auch die Nationalhymnen ihren Teil mit dazu bei, andere Völker verstehen zu lernen.
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Deutschlandlied oder Lied der Deutschen |
1.
Deutschland,
Deutschland über alles, über alles in der Welt,
wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt -
Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt!
2.
Deutsche
Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang,
sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang,
uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang -
Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang!
3.
Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland,
danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand -
Blüh´ im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland!
Komponist:
Franz Josef Haydn, 1797, 2. Satz op. 76, Nr. 3, G Dur des »Kaiserquartetts«
Dichter: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1841
(Versmaß folgt dem der deutschen Kaiserhymne von 1797)
Interpret: unbekannt
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Liechtensteiner Hymne |
1. Oben am deutschen Rhein
lehnet sich Liechtenstein an Alpenhöhn.
Dies liebe Heimatland im deutschen Vaterland
hat Gottes weise Hand für uns ersehn.
2. Wo einst St. Luzien Frieden nach Rätien hineingebracht,
dort an dem Grenzenstein und längs dem jungen Rhein
steht furchtlos Liechtenstein auf Deutschlands Wacht.
3. Lieblich zur Sommerszeit auf hoher Alpenweid schwebt Himmelsruh,
wo frei die Gämse springt, kühn sich der Adler schwingt,
der Senn das Ave singt der Heimat zu.
4. Von grünen Felsenhöhn freundlich ist es zu sehn mit einem Blick,
wie des Rheins Silberband säumet das schöne Land,
ein kleines Vaterland voll stillem Glück.
5. Hoch lebe Liechtenstein, blühend am deutschen Rhein, glücklich und treu.
Hoch leb der Fürst vom Land, hoch unser Vaterland,
durch Bruderliebe Band vereint und frei.
Dichter:
Jakob Josef Jauch, 1850
Singweise: "God Save The Queen", englische Nationalhymne
Interpret: unbekannt
Bis 1963 begann die Hymne mit dem Satz
"Oben am deutschen Rhein".
Den Begriff "deutschen Rhein" änderte man zu Gunsten von "jungen
Rhein".
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Schweizer Psalm |
1. Trittst im Morgenrot daher,
seh' ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpen Firn sich rötet, Betet, freie Schweizer, betet.
|: Eure fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland! Gott, den Herrn, im hehren Vaterland!
2. Kommst im Abendglühn daher,
find' ich dich im Sternenheer,
Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender!
In des Himmels lichten Räumen kann ich froh und selig träumen;
|: Denn die fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland! Gott, den Herrn, im hehren Vaterland!
3. Ziehst im Nebelflor daher,
such' ich dich im Wolkenmeer,
Dich, du Unergründlicher, Ewiger!
Aus dem grauen Luftgebilde bricht die Sonne klar und milde,
|: Und die fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland! Gott, den Herrn, im hehren Vaterland!
4. Fährst im wilden Sturm daher,
bist du selbst uns Hort und Wehr,
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen laßt uns kindlich ihm vertrauen!
|: Ja, die fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland! Gott, den Herrn, im hehren Vaterland!
Dichter: Leonard Widmer vor 1841/ Zürich (1841) 1843 (Alberich
Zwyssig?)
Tonsatz: Alberich Zwyssig 1841
Interpret:
unbekannt
Zuerst als "Schweizerpsalm" bekannt.
Am 12. Sepember 1961 vom Schweizer Nationalrat anerkannt.
Es gibt auch französische, italienische, rätoromanische [survelische
(Rheintal)
und ladinische (Engadin)] Fassungen