Landeshymnen

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Bayernhymne

1. Gott mit dir, du Land der Bayern, Deutsche Erde, Vaterland!
über deinen weiten Gauen ruhe Seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben Seines Himmels Weiß und Blau.

2. Gott mit dir, dem Bayernvolke, dass wir, unsrer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden bauen unseres Glückes Herd;
dass mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein jeder schau,
und den alten Ruhm bewähre unser Banner Weiß und Blau!

3. Gott mit uns und Gott mit allen, die der Menschen Heilig Recht
treu behüten und bewahren von Geschlechte zu Geschlecht!
Gott mit dem, der Recht und Frieden uns bewahrt in jedem Gau!
Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Heimat – weiß und blau!


Verfasser: Michael Öchsner, 1860/61
Interpret: unbekannt

Böhmenlied (fehlt)

1. Böhmen, bleibe treu, du alte Krone,
feste Burg, tausend Jahre, tausend Wetter hat dein Trotz bestanden.
Böhmen, verzage nicht, du Burg in deutschem Lande.

2. Böhmen werde wach! Es rufen deine Berge dich,
brausend schlagen deine Wasser an die alten Tore.
Böhmen, verzage nicht, du Tor vor Deutschlands Herzen.

Verfasser: Hans Baumann

Deutsche Hymne (fehlt)

1. Land der ewigen Gedanken, Deutschland, Deutschland, Jugendland!
Stehe fest und sonder Wankn, Land der ewigen Gedanken,
in der Zeiten Wirbelbrand!

2. Land der unbesiegten Liebe, Deutschland, Deutschland, Herzensland!
Mitten in dem Machtgetriebe, Land der unbesiegten Liebe,
halte Du in Treuen stand!

3. Deutschland, Deutschland, Volksliedklingen in dem Völkerweltenchor,
Volk, mein Volk, o mög‘ dein Ringen um dich selber dir gelingen,
Vaterland, empor! empor!

Verfasser: Franz Mayer

Elsässisches Fahnenlied

1. Sei gegrüßt, du unsres Landes Zeichen Elsass Fahne flatternd froh im Wind
Deine Farben, lieblich ohnen Gleichen leuchten stets, wo wir versammelt sind.

Kehrreim:
Weiß und Rot, die Fahne sehen wir schweben!
Bis zum Tod, sind treu wir ihr ergeben!
Weiß und Rot, die Fahne sehen wir schweben!
Bis zum Tod, ihr treu ergeben!

2. Echt und recht, wie unsre Väter waren Wollen wir in Tat und Worten sein.
Unsre Art, wir wollen sie bewahren, auch in Zukunft makellos und rein.

3. Und ob Glück, ob Leid das Zeitgetriebe jemals bringe unserm Elsassland;
Immer stehn wir in unentwegter Liebe freudig wir zu ihm mit Herz und Hand.

4. Lasst uns drum auf unsre Fahne schwören Brüder ihr vom Wasgau bis zum Rhein;
Niemals soll uns in fremder Hand betören Treu dem Elsass wollen stets wir sein.

Verfasser: Emil Woerth, 1911
Interpret: unbekannt

Kernland der deutschen kaiserlichen Macht
Schon Kaiser Barbarossa meinte: Das Elsass ist "unserer Stammländer geliebtestes".
Stauferzeit (12./13.Jhd)

Mährenlied (???)

 

Oberschlesien

1. Oberschlesien ist mein liebes Heimatland,
wo vom Annaberg man schaut ins weite Land;
wo die Menschen bleiben treu in schwerster Zeit,
|: Für dies Land zu kämpfen, bin ich stets bereit. :|

2. Wo die Schalen sausen in den Schacht hinein,
wo der rote Himmel glüht im Feuerschein,
wo die Häuser grau und hell die Herzen sind;
|: dahin geht mein Sehnen, bis ich Ruhe find'. :|

3. Wo der Kumpel schaut dem Tod ins Angesicht,
wo die Mädchen lieblich und die Frauen schlicht,
wo an dunkler Halde steht mein Vaterhaus;
|: da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus. :|

4. Wo der Wind der weiten Wälder Wipfel wiegt,
wo verträumt und einsam manches Schlößchen liegt,
wo im Odertale liegt so manches Gut.
|: Heimat, liebe Heimat dir gehört mein Blut. :|

5. Bitter ist dein Leiden in der jetz'gen Zeit,
bis der Tag wird kommen, der auch dich befreit.
Wahrt ihm nur die Treu, dem Oberschlesierland,
|: Oberschlesiens Menschen sind als treu bekannt :|

6. Kehren wir in unsere Heimat einst zurück,
so bedeutet es für uns das größte Glück.
Haltet uns die Treue, oberschlesisch Land,
|: wie wir in der Fremde uns zu dir bekannt :|

7. Winkt der Herrgott einstens mir zur letzten Ruh,
schließ ich meine wandermüden Augen zu,
ist mein letztes Wort auf Erden sicherlich,
|: Heimat, teure Heimat, ein Gebet für dich :|

aufgezeichnet von Franz Thill,
1921 in der Abstimmungzeit erstmals gesungen
Interpret: unbekannt

Ostpreußenlied

1. Land der dunklen Wälder und kristall'nen Seen,
über weite Felder lichte Wunder geh'n.

2. Starke Bauern schreiten hinter Pferd und Pflug.
Über Ackerbreiten streicht der Vogelzug.

3. Und die Meere rauschen den Choral der Zeit.
Elche steh'n und lauschen
in die Ewigkeit.

4. Tag hat angefangen, über Haff und Moor.
Licht ist aufgegangen,
steigt im Ost empor.

5. Heimat wohlgeborgen zwischen Strand und Strom,
blühe heut' und morgen unterm Friedensdom.

Verfasser: Herbert Brust, um 1930, "Oratorium der Heimat"
Vierstrophiger Schlusschoral: Erich Hannighofer (1908-1945)

Nach der Vertreibung der Ostpreußen (1945/46) wurde dieses Lied zum Inbegriff ihrer Sehnsucht nach der alten Heimat. Es entstand die 5. Strophe: „Heimat wohlgeborgen...“.
Interpret: Montanara Chor, "Deutschland Deine Hymnen, Lied 19"

Pommernlied

1. Wenn in stiller Stunde Träume mich umwehn,
bringen frohe Kunde Geister ungesehn,
reden von dem Lande meiner Heimat mir,
hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier.

2. Weiße Segel fliegen auf der blauen See,
weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh´,
blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand;
Pommerland, mein Sehnen ist dir zugewandt!

3. Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn,
aus der Ferne sendet trauten Gruß er hin;
traget, laue Winde, meinen Gruß und Sang,
wehet leis und linde treuer Liebe Klang!

4. Bist ja doch das eine auf der ganzen Welt,
bist ja mein, ich deine, treu dir zugesellt;
kannst ja doch von allen, die ich je gesehn,
mir allein gefallen, Pommerland, so schön!

5. Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier, bald dort,
doch aus allen andern treibt´s mich immer fort:
Bis in dir ich wieder finde meine Ruh,
send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu!

Singweise: "Freiheit, die ich meine" von Karl Groos, 1818
Verfasser:
Gustav Adolf Pompe, um 1850
Interpret: unbekannt

Posenlied (???)

 

Preußenlied

1. Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?
Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran;
daß für die Freiheit meine Väter starben,
das deuten, merkt es, meine Farben an.
Nie werd ich bang verzagen, wie jene will ich's wagen
|: Sei's trüber Tag, sei's heitrer Sonnenschein,
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein. :|

2. Mit Lieb' und Treue nah' ich mich dem Throne,
Von welchem mild zu mir ein Vater spricht;
Und wie der Vater treu mit seinem Sohne,
So steh' ich treu mit ihm und wanke nicht.
Fest sind der Liebe Bande; Heil meinem Vaterlande!
|: Des Königs Ruf dring in das Herz mir ein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! :|

3. Nicht jeder Tag kann glühn im Sonnenlichte;
Ein Wölkchen und ein Schauer kommt zur Zeit;
Drum lese keiner mir es im Gesichte,
Dass nicht der Wünsche jeder mir gedeiht.
Wohl tauschten nah und ferne mit mir gar viele gerne;
|: Ihr Glück ist Trug und ihre Freiheit Schein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! :|

4. Und wenn der böse Sturm mich wild umsauset,
Die Nacht entbrennet in des Blitzes Glut;
Hat's doch schon ärger in der Welt gebrauset,
Und was nicht bebte, war der Preußen Mut.
Mag Fels und Eiche splittern, ich werde nicht erzittern;
|: Es stürm' und krach', es blitze wild darein!
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! :|

5. Wo Lieb' und Treu' sich so den König weihen,
Wo Fürst und Volk sich reichen so die Hand,
Da muss des Volkes wahres Glück gedeihen,
Da blüht und wächst das schöne Vaterland.
So schwören wir auf's neue dem König Lieb' und Treue!
|: Fest sei der Bund! Ja schlaget mutig ein!
Wir sind ja Preußen, lasst uns Preußen sein. :|

6. Und wir, die wir am Ost- und Nordseestrande,
Als Wacht gestellt, gestählt von Wog' und Wind,
Wir, die seit Düppel durch des Blutes Bande
An Preußens Thron und Volk gekettet sind,
Wir woll'n nicht rückwärts schauen, nein, vorwärts mit Vertrauen!
|: Wir rufen laut in alle Welt hinein:
Auch wir sind Preußen, wollen Preußen sein! :|

7. Des Preußen Stern soll weithin hell erglänzen,
Des Preußen Adler schweben wolkenan,
Des Preußen Fahne frischer Lorbeer kränzen,
Des Preußen Schwert zum Siege brechen Bahn.
Und hoch auf Preußens Throne im Glanz von Friedrichs Krone
|: Beherrsche uns ein König stark und mild,
Und jedes Preußen Brust sei ihm ein Schild! :|

Dichter: Bernhard Thiersch, 1830 (6 Strophen)
Vertonung: August Neithardt, 1832
(königlicher Musikdirektor des zweiten Garde-Grenadier-Regimentes)
Siebte Strophe: Th. Schneider, 1851
Interpret: unbekannt

Schlesierland

1. Kehr ich einst zur Heimat wieder,
Früh am Morgen, wenn die Sonn' aufgeht.
Schau ich dann ins Tal hernieder,
Wo vor einer Tür ein Mädchen steht.

2. In dem Schatten einer Eiche,
Ja, da gab ich ihr den Abschiedskuß.
Schatz, ich kann nicht bei dir bleiben,
Weil, ja weil ich von dir scheiden muß.

3. Liebes Mädchen, laß das Weinen,
Liebes Mädchen, laß das Weinen sein.
Wenn die Rosen wieder blühen,
Ja dann kehr ich wieder bei dir ein.

Interpret: unbekannt

Schlesierlied (fehlt)

1. Wer die Welt am Stab durchmessen, wenn der Weg in Blüten stand, nimmer konnt er doch vergessen glückberauscht sein Heimatland. Und wenn tausend Sangesweisen nur der Fremde Lob entquillt, einzig will das Land ich preisen, dem mein ganzes Sehnen gilt.

Kehrreim:
Sei gegrüßt am schönen Oderstrand, liebe Heimat, traute Heimat! Schlesien, du mein liebes Heimatland! Schlesien du mein liebes Heimatland!

2. Schlesierland, du Länderkrone, sei gegrüßt vieltausendmal, wo auf sagenreichem Throne mächtig herrscht Geist Rübezahl. Wo im Volke stets aufs neue deutscher Freiheit Odem weht, wo als Bild von Männertreue kühn der alte Zobten steht.

3. Graue Burgen zaubrisch winken von den Bergen hoch und her, wo im tiefen Schachte blinken Erz und Kohle, blank und schwer. Weißes Linnen, Stolz der Mädchen, bleicht im goldnen Sonnenschein, lustig schwirren Spill und Rädchen, Sang und Sage klingen drein.

4. Wackre Männer, treu und bieder, trotzig wie der Teufelsbart, ros'ge Fraun im bunten Mieder, das ist echte Schlesierart. Volle Becher fröhlich kreisen von der Heimat Traubenblut, Schlesierland, dich will ich preisen, bis mein Herz in dir einst ruht.

Text: Johannes Reinelt
Musik: Paul Mittmann
Interpret: unbekannt

Siebenbürgenlied

1. Siebenbürgen, Land des Segens, Land der Fülle und der Kraft,
mit dem Gürtel der Karpaten
um das grüne Kleid der Saaten
Land voll Gold und Rebensaft.

2. Siebenbürgen, Meeresboden einer längst verflossnen Flut;
nun ein Meer von Ährenwogen,
dessen Ufer waldumzogen,
an der Brust des Himmels ruht!

3. Siebenbürgen, Land der Trümmer einer Vorzeit, stark und groß,
deren tausendjährige Spuren
ruhen noch in deinen Fluren
ungeschwächtem Ackerschoß!

4. Siebenbürgen, grüne Wiege einer bunten Völkerschar!
Mit dem Klima aller Zonen,
mit dem Kranz von Nationen
um des Vaterlands Altar!

5. Siebenbürgen, grüner Tempel mit der Berge hohem Chor,
wo der Andacht Huldigungen
steigen in so vielen Zungen
zu dem einen Gott empor!

6. Siebenbürgen, Land der Duldung jedes Glaubens sichrer Hort,
mögst du bis zu fernen Tagen
als ein Hort der Freiheit ragen
und als Wehr dem freien Wort!

7. Siebenbürgen, süße Heimat unser teures Vaterland!
Sei gegrüßt in deiner Schöne
und um alle deine Söhne
schlinge sich der Eintracht Band!

 
Dichter: Maximilian Leopold Moltke
Vertonung: Johann Lukas Hedwig, um 1848
Interpret: unbekannt

Sudetenland (fehlt)

1. Land, verlassen und entrechtet, Land geknebelt und geknechtet 
von des fremden Zwingvolks Heeren,
immer sagtens deine Zähren, deine Hoffnung immerzu: 
Ein Stück Deutschland bist auch Du, ein Stück Deutschland bist auch Du! 

2. Land, wo deutsch die Worte klingen, Land, wo deutsch die Lieder singen,
Land, wo deutsche Wälder rauschen, Kinder deutschen Müttern lauschen,
jeder sagt immerzu: Ein Stück Deutschland bist auch du!

3. Land, das deutsche Quellen laben, Land, das deutsche Pflüge graben,
Land, wo deutsch der Ambos klingt, deutsche Faust den Hammer schwingt,
hoffend handelnd immerzu wurdest ein Stück Deutschland du!

Verfasser: Cornelius Veits

Mein Waldeck

1. Unter allen Landen deutscher Erde
Preis' ich Waldeck, mein lieb Heimatland.
Bist zum letzten Atemzuge werde
Ihm ich weihen treulich Herz und Hand.

Kehrreim:
|: Mein Waldeck, lebe hoch! :|
Mein teures, liebes Waldeck, es lebe, lebe hoch!

2. Seht das Land im Schmuck der schönsten Wälder,
Wenn der Lenz mit neuer Pracht einzieht.
Wenn die Berge, Täler, Wiesen, Felder
Grün geziert, so weit das Auge sieht.

3. Wie so mächtig auf den Höhen rauschen
Eich' und Buche, trotzend Sturm und Wind!
Hirsch und Reh im stillen Waldgrund lauschen,
Wo der Quell zum klaren Bächlein rinnt.

4. Echte Deutsche sind in Waldecks Gauen.
Sachs' und Franke reichen sich die Hand.
Fürst und Volk einander stets vertrauen;
Lieb' und Treue sind ihr festes Band.

5. Schwarz-rot-gold sind meine Landesfarben.
Dunkler Nacht folgt goldnes Morgenrot.
Für Alldeutschland Waldecks Söhne starben,
Deutsche Treu' bewährend bis zum Tod.

6. Fest, o Waldeck, steh' zum Deutschen Reiche,
Wie dein hohes Felsenschloß so fest!
Grün und blüh' gleich deiner schönsten Eiche,
Stürmt es auch von Osten oder West.

Vertonung: Benjamin Christoph Friedrich Rose, 1815
"Unter dieser Eiche lasst Euch nieder" von Philipp Ludwig Bunsen (1760-1809)
Dichter: Pfarrer August Koch (1857-1934)
Interpret: unbekannt

Die Melodie erlangte 1879 den Status einer „waldeckischen Nationalhymne“, als für die Vermählung von Prinzessin Emma von Waldeck-Pyrmont mit König Wilhelm III. der Niederlande ein Hymne benötigt wurde.

Während der Bestattung der Tochter von Prinzessin Emma, Königin Wilhelmina der Niederlande, in 1962 wurde auch Mein Waldeck gespielt.

Westpreußenlied

1. Westpreußen, mein lieb` Heimatland, wie bist du wunderschön!
Mein ganzes Herz, dir zugewandt, soll preisend dich erhöh`n.
Im Weichselgau ich Hütten bau',
|: wo Korn und Obst der Flur entsprießt, wo Milch und Honig fließt. :|

2. O Land, durch deutsche Tüchtigkeit und deutschen Fleiß erblüht,
dir schwört mein Herz Ergebenheit und Treue mein Gemüt.
Durch deutsche Kraft und Wissenschaft
|: sei deutsches Wesen, deutsche Art dir allerzeit gewahrt. :|

3. Wie lieblich grüßen Wald und Feld, manch blauer See im Tal.
Drum steht mir auf der ganzen Welt kein schönres Land zur Wahl.
Im Weichselgau auf blum'ger Au
|: will ich dereinst begraben sein, ich zur Ruhe sein. :|

Dichter: Paul Felske
Tonsatz:
Hugo Hartmann, 1902
Interpret: unbekannt

Württemberg
(Der reichste Fürst)

 

1. Preisend mit viel schönen Reden
|: Ihrer Länder Wert und Zahl, :|
|: Saßen viele deutsche Fürsten, :|
|: Einst zu Worms im Kaisersaal. :|

2. Herrlich, sprach der Fürst von Sachsen,
|: Ist mein Land und seine Macht, :|
|: Silber hegen seine Berge :|
|: Wohl in manchem tiefen Schacht. :|

3. Seht mein Land in üppger Fülle,
|: Sprach der Kurfürst von dem Rhein, :|
|: Goldne Saaten in den Tälern, :|
|: Auf den Bergen edler Wein! :|

4. Große Städte, reiche Klöster,
|: Ludwig, Herr zu Bayern, sprach, :|
|: Schaffen, daß mein Land den Euern :|
|: Wohl nicht steht an Schätzen nach. :|

5. Eberhard, der mit dem Barte,
|: Württembergs geliebter Herr, :|
|: Sprach: Mein Land hat kleine Städte, :|
|: Trägt nicht Berge silberschwer; :|

6. Doch ein Kleinod halt's verborgen:
|: Daß in Wäldern noch so groß :|
|: Ich mein Haupt kann kühnlich legen :|
|: Jedem Untertan in Schoß. :|

7. Und es rief der Herr von Sachsen,
|: Der von Bayern, der vom Rhein: :|
|: Graf im Bart! Ihr seid der reichste, :|
|: Euer Land trägt Edelstein! :|

Verfasser: Justinus Kerner, 1826
Interpret: unbekannt

deutschtum.net
Zusammengestellt von
Ronny Herbst