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Vaterländische Gesänge |
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Als die Römer frech geworden |
1. Als die Römer frech geworden,
sim serim sim sim sim sim,
Zogen sie nach Deutschlands Norden, sim serim sim sim sim sim,
Vorne mit Trompetenschall, te rä tä tä tä te rä,
Ritt der Generalfeldmarschall, te rä tä tä tä te rä,
Kehrreim:
Herr Quintilius Varus, wau, wau, wau, wau, wau,
Herr Quintilius Varus,
|: schnäde räng täng :|, schnäde räng täng, de räng täng täng
2. In dem Teutoburger Walde, huh!
Wie pfiff der Wind so kalte,
Raben flogen durch die Luft, und es war ein Moderduft,
Wie von Blut und Leichen.
3. Plötzlich aus des Waldes Duster
brachen krampfhaft die Cherusker,
Mit Gott für König und Vaterland stürtzten sie sich wutentbrand
Auf die Legionen.
4. Weh! das ward ein großes Morden,
sie schlugen die Kohorten;
Nur die römsche Reiterei rettete sich in das Frei',
Denn sie war zu Pferde.
5. O! Quintili, armer Feldherr!
Dachtest Du, daß so die Welt wär?
Er geriet in einen Sumpf, verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
Und blieb elend stecken.
6. Da sprach er voll Ärgernussen
zum Centurio Titiussen:
"Kamerad, zeuch Dein Schwert hervor und von hinten mich durchbohr,
Weil doch alles futsch ist!"
7. In dem armen römischen Heere
diente auch als Volontaire
Scävola, ein Rechtskandidat, den man schnöd' gefangen hat,
Wie die andern alle.
8. Diesem ist es schlimm ergangen,
eh' daß man ihn aufgehangen,
Stach man ihm durch Zung' und Herz, nagelte ihn hinterwärts
Auf sein corpus juris.
9. Als das Morden war zu Ende,
rieb Fürst Hermann sich die Hände,
Und um sich noch mehr zu freu'n, lud er die Cherusker ein
Zu 'nem großen Frühstück.
10. Wild gab's und westfäl'schen Schinken,
bier, soviel man wollte trinken.
Auch im Zechen blieb er Held, doch auch seine Frau Thusneld,
Trank walkürenmäßig.
11. Nur in Rom war man nicht heiter,
sondern kaufte Trauerkleider;
Grade als beim Mittagsmahl Augustus saß im Kaisersaal,
Kam die Trauerbotschaft.
12. Erst blieb ihm vor jähem Schrecken
ein Stück Pfau im Halse stecken,
Dann geriet er außer sich "Varus, Varus, schäme Dich,
Redde legiones!"
13. Sein deutscher Sklave, Schmidt geheißen,
dacht: Ihn soll das Mäusle beißen,
Wenn er je sie wieder kriegt, denn wer einmal tot da liegt,
Wird nicht mehr lebendig.
14. Neunzehnhundert Jahr' verflossen,
seit hier Römer Blut vergossen,
Das uns Knechtschaft zugedacht. Hermanns Denkmal hält nun Wacht
Deutscher Kraft und Stärke.
*. Und zu Ehren der Geschichten
Tat ein Denkmal man errichten,
Deutschlands Kraft und Einigkeit kündet es jetzt weit und breit:
"Mögen sie nur kommen!"
15. Um des Denkmals Glanz zu mehren
laßt uns seinen Schöpfer ehren!
Deinen Namen trag die Bank Bandel, die wir Dir zum Dank
Und zur Ehr' erbauten.
Dichter: Victor von Scheffel , 1847
(letzte Strophe in "Feuerwehrliederbuch",
Singweise: nach der Melodie "Kriegers Lust , Fest - Marsch" , von Josef Gungl (1810 - 1899)
Interpret: "Studentenlieder"
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Der Gott, der Eisen wachsen ließ |
1. Der Gott, der Eisen
wachsen ließ, der wollte keine Knechte,
Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in seine Rechte,
Drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede,
Daß er bestände bis aufs Blut, bis in den Tod die Fehde.
2. So wollen wir, was
Gott gewollt, mit rechter Treue halten
Und nimmer im Tyrannensold die Menschenschädel spalten;
Doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir zu Scherben,
Der soll im deutschen Lande nicht mit deutschen Männern erben.
3. O Deutschland,
heilges Vaterland! O deutsche Lieb und Treue!
Du hohes Land! du schönes Land! Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht! Der füttre Krähn und Raben!
So ziehn wir aus zur Hermannsschlacht und wollen Rache haben.
4. Laßt brausen, was
nur brausen kann, in hellen lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann, fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan! Und himmelan die Hände!
Und rufet alle Mann für Mann: Die Knechtschaft hat ein Ende!
5. Laßt klingen, was
nur klingen kann, die Trommeln und die Flöten!
Wir wollen heute Mann für Mann mit Blut das Eisen röten,
Mit Henkerblut, Franzosenblut -- O süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut, das ist die große Sache.
6. Laßt wehen, was nur
wehen kann, Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann zum Heldentode mahnen:
Auf! Fliege, stolzes Siegspanier voran den kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier den süßen Tod der Freien.
Dichter: Ernst Moritz Arndt, 1812
Singweise: Albert Methfessel, 1818
Interpret: Erich Kunz, "Deutsche Studentenlieder"
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Ergo Bibamus |
1. Hier sind wir versammelt zu löblichem Thun,
Drum Brüderchen Ergo Bibamus!
Die Gläser sie klingen, Gespräche sie ruhn,
Beherziget Ergo Bibamus!
Das heist noch ein altes ein tüchtiges Wort,
Es passet zum ersten und passet so fort,
Und schallet ein Echo vom festlichen Ort,
Ein herrliches Ergo Bibamus.
2. Ich hatte mein freundliches Liebchen gesehn,
Da dacht’ ich mir Ergo Bibamus.
Und nahte mich traulich, da lies sie mich stehn,
Ich half mir und dachte Bibamus.
Und wenn sie versöhnet Euch herzet und küsst,
Und wenn ihr das Herzen und Küssen vermisst,
So bleibet nur, bis ihr was besseres wisst,
Beym tröstlichen Ergo Bibamus.
3. Mich ruft das Geschick von den Freunden hinweg
Ihr Redlichen Ergo Bibamus.
Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck,
Drum doppeltes Ergo Bibamus.
Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt
So bleibt für den Heitren doch immer gesorgt
Weil immer dem Frohen der Frölige borgt.
Nun Brüderchen Ergo Bibamus.
4. Was sollen wir sagen zum heutigen Tag?
Ich dächte nur Ergo Bibamus.
Es ist nun einmal von besonderem Schlag,
Drum immer aufs neue Bibamus.
Er führet die Freunde durchs offene Thor,
Es glänzen die Wolcken, es theilt sich der Flor,
Da scheint uns ein Bildchen ein göttliches vor
Wir klingen und singen Bibamus.
Dichter: Johann Wolfgang von Goethe, 1810
Singweise: Max Eberwein, 1813
Interpret: Erich Kunz, "Deutsche Studentenlieder 2"
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Die
Wacht am Rhein |
1. Es braust ein Ruf wie
Donnerhall, wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein, wer will des Stromes Hüter sein?
Kehrreim:
|: Lieb' Vaterland, magst ruhig sein, :|
|: Fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! :|
2. Durch hunderttausend
zuckt es schnell, und aller Augen blitzen hell;
Der deutsche Jüngling, fromm und stark, beschirmt die heil'ge Landesmark.
3. Er blickt hinauf in
Himmels Au'n, wo Heldenväter niederschau'n,
Und schwört mit stolzer Kampfeslust: Du Rhein bleibst deutsch, wie meine Brust!
4. So lang ein Tropfen
Blut noch glüht, noch eine Faust den Degen zieht,
Und noch ein Arm die Büchse spannt, betritt kein Feind hier deinen Strand!
5. Und ob mein Herz im
Tode bricht, wirst du doch drum ein Welscher nicht,
Reich, wie an Wasser deine Flut, ist Deutschland ja an Heldenblut!
6. Der Schwur erschallt,
die Woge rinnt, die Fahnen flattern hoch im Wind:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein, wir alle wollen Hüter sein!
7. So führe uns, du
bist bewährt; in Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut! und tilg' die Schmach mit Feindesblut!
Dichter: Max
Schneckenburger, 1840
Tonsatz: Karl Wilhelm, 1854
Interpret: "Soldaten Helden Vaterland"
Die Wacht am Rhein hatte im Kaiserreich von 1871 neben dem Lied Heil dir im Siegerkranz beim Volk den Status einer Nationalhymne der Deutschen; so wurde das Lied auch bei offiziellen Anlässen gesungen.
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Frühlingsgruß an das Vaterland |
1. Wie mir deine Freuden
winken nach der Knechtschaft, nach dem Streit!
Vaterland, ich muß versinken hier in deiner Herrlichkeit!
Wo die hohen Eichen sausen, himmelan das Haupt gewandt,
wo die starken Ströme brausen: alles das ist deutsches Land.
2. Von dem Rheinfall
hergegangen komm ich, von der Donau Quell,
und in mir sind aufgegangen Liebessterne mild und hell.
Niedersteigen will ich, strahlen soll von mir der Freudenschein
in des Neckars frohen Talen und am silberblauen Main.
3. Weiter, weiter mußt
du dringen, du mein deutscher Freiheitsgruß,
sollst vor meiner Hütte klingen an dem fernen Memelfluß!
Wo noch deutsche Worte gelten, wo die Herzen, stark und weich
– zu dem Freiheitskampf sich stellten ist auch heilges deutsches Reich.
4. Alles ist in Grün
gekleidet, alles strahlt im jungen Licht
– Anger, wo die Herde weidet, Hügel, wo man Trauben bricht.
Vaterland, in tausend Jahren kam dir solch ein Frühling kaum;
was die hohen Väter waren, heißet nimmermehr ein Traum.
5. Aber einmal müßt
ihr ringen noch in ernster Geisterschlacht
und den letzten Feind bezwingen, der im Innern drohend wacht.
Haß und Argwohn müßt ihr dämpfen, Geiz und Neid und böse Lust;
dann, nach schweren, langen Kämpfen kannst du ruhen, deutsche Brust!
6. Jeder ist dann reich
an Ehren, Reich an Demut, reich an Macht;
So kann nur sich selbst verklären unsers Kaisers heil'ge Pracht.
Alte Sünden müssen sterben in der gottgesandten Flut
Und an einen sel'gen Erben fallen das entsühnte Gut.
7. Segen Gottes auf den
Feldern, in des Weinstocks heil'ger Frucht;
Manneslust in grünen Wäldern, in den Hütten frohe Zucht;
In der Brust ein frommes Sehnen, ew'ger Freiheit Unterpfand:
Liebe spricht in zarten Tönen nirgends wie im deutschen Land.
8. Ihr in Schlössern,
ihr in Städten, welche schmücken unser Land;
Ackersmann, der auf den Beeten deutsche Frucht in Garben band,
Traute deutsche Brüder, höret meine Worte alt und neu:
Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu!
Verfasser: Max von
Schenkendorf, 1814
Interpret: Erich Kunz, "Deutsche Studentenlieder"
Ein Freudenlied über die in der Völkerschlacht wieder errungene Freiheit Deutschlands, verbunden mit der Hoffnung auf die Errichtung eines freien Deutschen Reiches.
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Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand |
1. Ich hab mich ergeben
mit Herz und mit Hand,
Dir Land voll Lieb´ und Leben, mein deutsches Vaterland!
2. Mein Herz ist
entglommen, Dir treu zugewandt,
Du Land der Freien und Frommen, Du herrlich Hermannsland!
3. Du Land, reich an
Ruhme, wo Luther erstand,
Für deines Volkes Tume, reich ich mein Herz und Hand!
4. Ach Gott, tu erheben
mein jung Herzensblut
Zu frischem freudigen Leben, zu freiem frommem Mut!
5. Will halten und
glauben an Gott fromm und frei
will Vaterland dir bleiben auf ewig fest und treu.
6. Laß Kraft mich
erwerben in Herz und in Hand,
zu leben und zu sterben fürs heil'ge Vaterland!
Singweise: Thüringer
Volksweise
Dichter: Hans Ferdinand Maßmann , 1820
ursprünglich für das Lied "Wir hatten gebauet ein stattliches Haus"
von Daniel August Freiherr von Binzer , 1819 bereits verwendet
1821 Neufassung
Schon von Brahms zum Leitmotiv der "Akademischen Festouvertüre"
verwendet
Interpret: "Deutsche National-hymnen, Lied 10"
Die Bundesrepublik Deutschland wird 1949 ohne eine Nationalhymne gegründet. Das Grundgesetz beschreibt in Artikel 22 lediglich die Nationalfarben: "Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold." Statt der fehlenden Hymne wird wahlweise die "Ode an die Freude" oder "Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand" gespielt.
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Im Krug zum grünen Kranze |
1. Im Krug zum grünen
Kranze, da kehrt ich durstig ein;
Da saß ein Wandrer drinnen, ja drinnen am Tisch beim kühlen Wein.
2. Ein Glas ward
eingegossen, das wurde nimmer leer!
Sein Haupt ruht auf dem Bündel, ja Bündel, als wärs ihm viel zu schwer.
3. Ich tät mich zu ihm
setzen, ich sah ihm ins Gesicht,
Das schien mir gar befreundet, befreundet und dennoch kannt' ich's nicht.
4. Da sah auch mir ins
Auge der fremde Wandersmann
Und füllte meinen Becher, ja Becher und sah mich wieder an.
5. Hei! wie die Becher
klangen, wie brannte Hand in Hand,
"Es lebe die Liebste deine, ja deine, Herzbruder im Vaterland!"
Dichter: Wilhelm
Müller (1794-1827)
Tonsatz: Johann Friedrich Reichhardt
Interpret: "Mein Lieb"
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Im schönsten Wiesengrunde |
1. Im schönsten
Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus,
Da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus.
2. Wie Teppich reich
gewoben, steht mir die Flur zur Schau;
O Wunderbild, und oben des Himmels Blau.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
O Wunderbild, und oben des Himmels Blau.
3. Herab von sonn'ger
Halde ein frischer Odem zieht;
Es klingt aus nahem Walde der Vögel Lied.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Es klingt aus nahem Walde der Vögel Lied.
4. Die Blume winkt dem
Schäfer mit Farbenpracht und Duft;
Den Falter und den Käfer zu Tisch sie ruft.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Den Falter und den Käfer zu Tisch sie ruft.
5. Das Bächlein will
beleben den heimlich trauten Ort;
Da kommt´s durch Wiesen eben und murmelt fort.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Da kommt´s durch Wiesen eben und murmelt fort.
6. Das blanke Fischlein
munter schwimmt auf und ab im Tanz;
Rings strahlen tausend Wunder im Sonnenglanz.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Rings strahlen tausend Wunder im Sonnenglanz.
7. Wie schön der
Knospen Springen, des Tau's Kristall im Licht!
Wollt ich es alles singen - Ich könnt es nicht!
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Wollt ich es alles singen - Ich könnt es nicht!
8. Kommt, kommt der
Tisch der Gnaden winkt reichlich überall;
Kommt, all' seid ihr geladen ins stille Tal!
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Kommt, all' seid ihr geladen ins stille Tal!
9. Wie froh sind da die
Gäste! Da ist nicht Leid noch Klag';
Da wird zum Friedensfeste ein jeder Tag!
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Da wird zum Friedensfeste ein jeder Tag!
10. Wie sieht das Aug so
helle im Buche der Natur!
Der reinsten Freuden Quelle springt aus der Flur.
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Der reinsten Freuden Quelle springt aus der Flur.
11. Hier mag das Herz
sich laben am ew´gen Festaltar;
Kommt, bringet Opfergaben mit Jubel dar!
Dich mein stilles Tal grüß ich tausendmal!
Kommt, bringet Opfergaben mit Jubel dar!
12. Müßt aus dem Tal
ich scheiden, wo alles Lust und Klang,
Das wär mein herbstes Leiden, mein letzter Gang.
Dich, mein stilles Tal, grüß ich tausendmal!
Das wär mein herbstes Leiden, mein letzter Gang.
13. Sterb ich, in Tales
Grunde will ich begraben sein,
Singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein:
"Dir, o stilles Tal, gruß zum letztenmal!"
Singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein.
Singweise:
Heidelberg, 1833
Dichter: Wilhelm Ganzhorn, 1851
Interpret: Kammerchor Wernigerode, "Sommarpsalm"
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In einem kühlen Grunde |
1. In einem kühlen
Grunde, da geht ein Mühlenrad,
|: Mein Liebchen ist verschwunden, das dort gewohnet hat. :|
2. Sie hat mir Treu' versprochen, gab mir ein' Ring dabei,
|: Sie hat die Treu' gebrochen, das Ringlein sprang entzwei. :|
3. Ich möcht' als
Spielmann reisen wohl in die Welt hinaus
|: Und singen meine Weisen und geh' von Haus zu Haus. :|
4. Ich möcht' als
Reiter fliegen wohl in die blut'ge Schlacht,
|: Um stille Feuer liegen im Feld bei dunkler Nacht. :|
5. Hör' ich das
Mühlrad gehen, ich weiß nicht, was ich will;
|: Ich möcht' am liebsten sterben, da wär's auf einmal still. :|
Dichter: Joseph von
Eichendorff, 1810
Tonsatz: Friedrich Glück, 1814
Interpret: Stuttgarter Liederkranz
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Krambambuli |
1. Krambambuli, das ist
der Titel des Tranks, der sich bei uns bewährt;
er ist ein ganz probates Mittel, wenn uns was Böses widerfährt.
|: Des Abends spät, des Morgens früh trink ich mein Glas Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
2. Bin ich im Wirtshaus abgestiegen gleich einem großen Kavalier,
dann laß ich Brot und Braten liegen und greife nach dem Pfropfenziehr,
|: dann bläst der Schwager tantari zun einem Glas Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
3. Reißt mich's im Kopf, reißt mich's im Magen, hab ich zum Essen keine Lust,
wenn mich die bösen Schnupfen plagen, hab ich Katarrh auf meiner Brust:
|: was kümmern mich die Medici? Ich trink mein Glas Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
4. Ist mir mein Wechsel ausgeblieben, hat mich das Spiel labet gemacht,
hat mir mein Mädchen nicht geschrieben, ein'n Trauerbrief die Post gebracht:
|: dann trink ich aus Melancholie ein volles Glas Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
5. Ihr dauert mich, ihr armen Toren, ihr liebet nicht, ihr trinkt nicht
Wein:
zu Eseln seid ihr auserkoren, und dorten wollt ihr Engel sein,
|: sauft Wasser, wie das liebe Vieh, und meint, es sei Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
6. Wer wider uns Krambambulisten sein hämisch Maul zur Mißgunst rümpft,
den halten wir für keinen Christen, weil er auf Gottes Gabe schimpft,
|: ich gäb ihm, ob er Zeter schrie, nicht einen Schluck Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
Verfasser: Christoph Friedrich
Wedekind, 1745, "Crescentius Coromandel"
Interpret: Erich Kunz,
"Deutsche Studentenlieder"
Krambambuli (auch: Crambambuli) ist eine Spirituose mit intensiver roter Farbe, die ursprünglich in der Likörfabrik von Isaak Wedel-Links und Eydam Dirck Hekker in Danzig (siehe auch: Der Lachs zu Danzig) hergestellt wurde, aus der auch das noch berühmtere Danziger Goldwasser kam. Später wurden beide Produkte von den Gräflich von Hardenberg'schen Kornbrennerei produziert und vertrieben. Bestandteile des Krambambuli sind Auszüge von Wacholderbeeren und Branntwein.
Der Name Krambambuli setzt sich aus den Worten Krandewitt (Kranichholz, anderer Name für Wacholder) und dem rotwelschen Wort Blamp (alkoholisches Getränk) zusammen.
Bei den Studentenverbindungen wird seit dem 19. Jahrhundert der Begriff Krambambuli aufgrund der Farbähnlichkeit auch für Feuerzangenbowle, Glühwein oder andere Weinmischgetränke verwendet.
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Lützows wilde Jagd |
1. Was glänzt dort vom
Walde im Sonnenschein?
Hör's näher und näher brausen.
Es zieht sich herunter in düsteren Reihn,
Und gellende Hörner schallen darein,
Erfüllen die Seele mir Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:
Das ist,
Kehrreim:
|: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. :|
2. Was zieht dort rasch
durch den finstern Wald
Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurra jauchzt, und die Büchse knallt,
Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:
Das ist,
3. Wo die Reben dort
glühen dort braust der Rhein,
Der Wütrich geborgen sich meinte;
Da naht es schnell mit Gewitterschein
Und wirft sich mit rüstigen Armen hinein
Und springt an das Ufer der Feinde.
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:
Das ist,
4. Was braust dort im
Tale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen?
Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:
Das ist,
5. Was scheidet dort
röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter winselnden Feinde Gebettet?
Es zucket der Tod auf dem Angesicht,
Doch die wackern Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt:
Das war,
6.. Die wilde Jagd und
die deutsche Jagd
Auf Henkersblut und Tyrannen!
Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt,
Wenn wir's auch nur sterbend gewannen.
Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt:
Das war,
Dichter: Theodor
Körner, 1813
Tonsatz: Karl Maria von Weber, 1814
Interpret: Erich
Kunz, "Deutsche Studentenlieder"
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O alte Burschenherrlichkeit |
1. O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du entschwunden,
Nie kehrst du wieder goldne Zeit, so froh und ungebunden!
Vergebens spähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr.
|: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum. :|
2. Den Burschenhut bedeckt der Staub, es sank der Flaus in Trümmer,
Der Schläger ward des Rostes Raub, verblichen ist sein Schimmer.
Verklungen der Kommersgesang, verhallt Rapier- und Sporenklang.
|: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum. :|
3. Wo sind sie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen,
Die ohne Moos bei Scherz und Wein, den Herrn der Erde glichen?
Sie zogen mit gesenktem Blick in das Philisterland zurück.
|: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum. :|
4. Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht, der eine Relationen.
Der andere seufzt beim Unterricht, und der macht Rezensionen;
Der schilt die sünd'ge Seele aus, und der flickt ihr verfallnes Haus.
|: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum. :|
5. Allein das rechte Burschenherz kann nimmermehr erkalten,
Im Ernste wird, wie hier im Scherz, der rechte Sinn stets walten;
Die alte Schale nur ist fern, geblieben ist uns doch der Kern,
|: Und den lasst fest uns halten. :|
6. Drum Freunde reichet euch die Hand, damit es sich erneure,
Der alten Freundschaft heil'ges Band, das alte Band der Treue.
Klingt an und hebt die Gläser hoch, die alten Burschen leben noch,
|: Noch lebt die alte Treue. :|
Verfasser: Studentenlied
Interpret: Erich
Kunz, "Deutsche Studentenlieder"
Der erste gedruckte Beleg für das Lied findet sich in der Berliner Zeitschrift „Der Freimüthige oder Unterhaltungsblatt für gebildete, unbefangene Leser, herausgegeben von Dr. August Kuhn“ vom 9. August 1825 unter dem Titel „Rückblicke eines alten Burschen“.
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O Deutschland hoch in Ehren |
1. O Deutschland hoch in Ehren,
du heiliges Land der Treu,
Stets leuchte deines Ruhmes Glanz in Ost und West aufs neu!
Du stehst wie deine Berge fest gen Feindes Macht und Trug,
Und wie des Adlers Flug vom Nest geht deines Geistes Flug.
Kehrreim:
|: Haltet aus! Haltet aus! :|
Lasset hoch die Banner wehn! Zeiget ihm, |: zeigt dem Feind,: daß wir treu zusammen stehn,
Daß sich unsre alte Kraft erprobt, wenn der Schlachtruf uns entgegen tobt!
|: Haltet aus im Sturmgebraus! :|
2. Gedenket eurer Väter!
Gedenkt der großen Zeit
Da Deutschlands gutes Ritterschwert gesiegt in jedem Streit!
Das sind die alten Schwerter noch, das ist das deutsche Herz:
Die schlagt ihr nimmermehr ins Joch, sie dauern fest wie Erz!
|: Haltet aus! Haltet aus! :|
Lasset hoch das Banner wehn! Zeiget stolz, |: zeigt der Welt, :| daß wir treu zusammenstehn,
Daß sie alte deutsche Kraft erprobt, ob uns Friede strahlt, ob Krieg umtobt!
|: Haltet aus im Sturmgebraus! :|
3. Zum Herrn erhebt die Hände: Er schirm' es immerdar,
Das schöne Land, vor jedem Feind. Hoch steige, deutscher Aar!
Dem teuren Lande Schirm und Schutz! Sei, deutscher Arm, bereit!
Wir bieten jedem Feinde Trutz und scheuen keinen Streit.
: Haltet aus! Haltet aus! :|
Lasset hoch das Banner wehn! Lasset uns |: treu und kühn :|mit den ersten Völkern gehn!
Daß sich deutscher Geist und Kraft erprobt, wenn das Ungewitter uns umtobt!
|: Haltet aus im Sturmgebraus! :|
4. Zum Herrn erhebt die Herzen, zum Herrn erhebt die Hand,
Gott schütze unser teures geliebtes Vaterland.
Es sind die alten Schwerter noch, es ist das deutsche Herz,
Man zwingt sich nimmermehr ins Joch, sie dauern aus wie Erz.
|: Haltet aus! Haltet aus! :|
Lasset hoch die Banner wehn! Zeiget ihm, |: zeigt dem Feind,:| daß wir treu zusammen stehn,
Daß sich unsre alte Kraft erprobt, wenn der Schlachtruf uns entgegen tobt!
|: Haltet aus im Sturmgebraus! :|
Tonsatz: Hugo Pierson, 1858
Dichter: Ludiwg Bauer, 1859
Interpret: unbekannt
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Prinz Eugen, der edle Ritter |
1. Prinz Eugen, der edle Ritter,
wollt' dem Kaiser wied'rum kriegen
Stadt und Festung Belgarad.
|: Er ließ schlagen einen Brukken, daß man kunnt' hinüberrucken
Mit'r Armee wohl vor die Stadt. :|
2. Als der Brucken war geschlagen,
daß man kunnt' mit Stuck und Wagen
Frei passiern den Donaufluß,
|: Bei Semlin schlug man das Lager, alle Türken zu verjagen,
Ihn'n zum Spott und zum Verdruß. :|
3. Am einundzwanzigsten August soeben
kam ein Spion bei Sturm und Regen,
Schwur's dem Prinzen und zeigt's ihm an,
|: Daß die Türken futragieren, so viel, als man kunnt' verspüren,
An die dreimalhunderttausend Mann. :|
4. Als Prinz Eugenius dies vernommen,
ließ er gleich zusammenkommen
Sein' Gen'ral und Feldmarschall.
|: Er tät sie recht instruieren, wie man sollt' die Truppen führen
Und den Feind recht greifen an. :|
5. Bei der Parol' tät er befehlen,
daß man sollt' die Zwölfe zählen,
Bei der Uhr um Mitternacht.
|: Da sollt' all's zu Pferd aufsitzen, mit dem Feinde zu scharmützen,
Was zum Streit nur hätte Kraft. :|
6. Alles saß auch gleich zu Pferde,
jeder griff nach seinem Schwerte,
Ganz still rückt' man aus der Schanz'.
|:Die Musketier' wie auch die Reiter täten alle tapfer streiten:
's war fürwahr ein schöner Tanz! :|
7. Ihr Konstabler auf der Schanzen,
spielet auf zu diesem Tanzen
Mit Kartaunen groß und klein;
|: Mit den großen, mit den kleinen auf die Türken auf die Heiden,
Daß sie laufen all' davon! :|
8. Prinz Eugenius auf der Rechten
tät als wie ein Löwe fechten,
Als Gen'ral und Feldmarschall.
|: Prinz Ludewig ritt auf und nieder'. Halt't euch brav, ihr deutschen Brüder,
Greift den Feind nur herzhaft an! :|
8. Prinz Ludewig, der mußt' aufgeben
seinen Geist und junges Leben,
Ward getroffen von dem Blei.
|: Prinz Eugen war sehr betrübet, weil er ihn so sehr geliebet,
Ließ ihn bring'n nach Peterwardein. :|
Volkslied auf den Sturm auf Belgrad, 1717
Zuerst aufgezeichnet in der „Musikalischen Rüstkammer auf der Harfe“, 1719
Interpret: Erich
Kunz, "Deutsche Studentenlieder"
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Unsterbliche Opfer |
1. Unsterbliche Opfer,
ihr sanket dahin, wir stehen und weinen, voll Schmerz, Herz und Sinn.
Ihr kämpfet und starbet um kommendes Recht, wir aber, wir trauern, der Zukunft
Geschlecht.
2. Einst aber,
wenn Freiheit den Menschen erstand und aller euer Sehnen Erfüllung fand:
dann werden wir künden, wie ihr einst gelebt, zum Höchsten der Menschheit
empor nur gestrebt!
Russische Worte: W.
G. Archangelski, 1878
Deutsche Nachdichtung: Hermann Scherchen, 1918
Singweise: vermutlich nach N. N. Ikonnikow
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Was gleicht wohl auf Erden |
1. Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen?
Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich?
Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen,
Den Hirsch zu verfolgen durch Dickicht und Teich,
Kehrreim:
Ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen,
Erstarket die Glieder und würzet das Mahl.
Wenn Wälder und Felsen uns hallend umfangen,
Tönt freier und freud'ger der volle Pokal!
Jo, ho! Tralalalala!
2. Diana ist kundig, die Nacht zu erhellen,
Wie labend am Tage ihr Dunkel uns kühlt.
Den blutigen Wolf und den Eber zu fällen,
Der gierig die grünenden Saaten durchwühlt,
Verfasser: Carl Maria von Weber, 1786-1826, aus
"Der Freischütz", Szene I, Szene VI
Interpret: Gewandthauschor und -orchester Leipzig
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Was ist des deutschen Vaterland |
1. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Preußenland? Ist's Schwabenland?
Ist's wo am Rhein die Rebe blüht? Ist's wo am Belt die Möwe zieht?
Kehrreim:
|: O nein, o nein, o nein, o nein! Sein Vaterland muß größer sein! :|
2. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Bayerland? ist's Steierland?
Ist's, wo des Marsen Rind sich streckt? Ist's, wo der Märker Eisen reckt?
3. Was ist des Deutschen Vaterland? Ist's Pommerland? Westfalenland?
Ist's, wo der Sand der Dünen weht? Ist's, wo die Donau brausend geht?
4. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land!
Ist's Land der Schweizer? ist's Tirol? Das Land und Volk gefiel mir wohl.
5. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land!
Gewiß, es ist das Österreich, an Ehren und an Siegen reich?
*. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land!
Ist´s, was der Fürsten Trug zerklaubt? Vom Kaiser und vom Reich geraubt?
6. Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne endlich mir das Land!
So weit die deutsche Zunge klingt Und Gott im Himmel Lieder singt:
Kehrreim:
|: Das soll es sein! Das soll es sein! Das wackrer Deutscher, nenne dein! :|
7. Das ist des Deutschen Vaterland, wo Eide schwört der Druck der Hand,
Wo Treu hell vom Auge blitzt und Liebe warm im Herzen sitzt.
8. Das ist des Deutschen Vaterland, wo Zorn vertilgt den welschen Tand,
Wo jeder Franzmann heißet Feind, wo jeder Deutsche heißet Freund.
Kehrreim:
|: Das soll es sein! Das soll es sein! Das ganze Deutschland soll es sein! :|
9. Das ganze Deutschland soll es sein! O Gott vom Himmel, sieh darein
Und gib uns rechten deutschen Mut, daß wir es lieben treu und gut!
Verfasser: Ernst Moritz Arndt, 1813 (noch vor der Völkerschlacht bei Leipzig)
Von den vielen Vertonungen des Liedes, ist diejenige von Gustav Reichardt 1825 ersonnene die heute bekannteste.
Interpret: "Deutsche National-hymnen, Lied 6"
Reichardt veröffentlichte sie 1826 in einer Sammlung von Männerquartetten. Im Laufe der Zeit wurde das Lied von großen Teilen der deutschen Bevölkerung neben dem Deutschlandlied als ein Nationallied der Einigungsbewegung gesungen.
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Westerwald |
1. Heute wollen wir
marschier’n, einen neuen Marsch probier’n
In dem schönen Westerwald, ja
da pfeift der Wind so kalt
Kehrreim:
Oh, Du schöner Westerwald
Über Deine Höhen pfeift der Wind so kalt
Jedoch der kleinste Sonnenschein dringt tief ins Herz hinein
2. Und die Gretel
und der Hans gehn des Sonntags gern zum Tanz
Weil das Tanzen Freude macht und das Herz im Leibe lacht
3. Ist das Tanzen
dann vorbei, gibt es meistens Keilerei
Und dem Bursch, den das nicht freut, sagt
man nach, er hat kein' Schneid
4. Oh, Du schöner
Westerwald, bist ja weit und breit bekannt
Echte Menschen der Natur von Falschheit keine Spur
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Wohl
ist die Welt |
1. Wohl ist die Welt so groß und weit und voller Sonnenschein
Das allerschönste Stück davon ist doch die Heimat mein
Dort wo aus schmaler Felsenkluft der Eisack springt heraus
Von Sigmunds Kron der Etsch entlang bis zur Salurner Klaus
Kehrreim:
Hei di hei da hei da
Ju vi val le ral le ra
Hei da hei da
Ju vi val le ral le ra.
2. Wo König Ortler seine Stirn hoch in die Lüfte reckt,
Bis zu des Haunolds Alpenreich, das tausend Blumen deckt:
Dort ist mein schönes Heimatland mit seinem schweren Leid,
Mit seinen stolzen Bergeshöh'n, mit seiner stolzen Freud.
3. Im Frühling, wenn's im Tal entlang aus allen Knospen sprießt,
Wenn auf dem Schlern im Sonnenhang der Winterschnee zerfließt:
Da fühl ein eigen Sehnen ich und halt es nicht mehr aus,
Es ruft so laut die Heimat mich, ich wandre froh hinaus.
4. Wenn in der Sommersonnwendnacht das Feuer still verglimmt,
Weiß jeder und das Herz ihm lacht: Die Kletterzeit beginnt.
Von König Laurins Felsenburg, so stolz und kühn gebaut,
Hab wohl von jeder Zinne oft die Heimat ich geschaut.
5. Dann kommt mit seiner Herrlichkeit der Herbst ins Land herein
Und alle Keller füllen sich mit Heimatfeuerwein.
Man sitzt beim vollen Glase dann und singt ein frohes Lied,
Wenn in des Abends Dämmerschein der Rosengarten glüht.
6. Das Jahr vergeht, die Zeit verrinnt und leise über Nacht deckt's Heimatland
In Berg und Tal des Winters weiße Pracht.
Zu einem kleinen Hüttlein führt die Spur von meinen Ski,
Und abends tönt vom Berg ins Tal ganz leis die Melodie:
7. Drum auf und stoßt die Gläser an, es gilt der Heimat mein:
Die Berge hoch, das grüne Tal, mein Mädel und der Wein!
Und wenn dann einst, so leid mir's tut, mein Lebenslicht verlischt,
Freu ich mich, daß der Himmel auch schön wie die Heimat ist!
Dichter: Karl Felderer (geb. 1895), St. Christina
Altes Handwerkerlied aus Tirol
Interpret: Universitätssängerschaft Skalden
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Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd |
1. Wohlauf, Kameraden,
aufs Pferd, aufs Pferd,
Ins Feld, in die Freiheit gezogen!
Im Felde da ist der Mann noch was wert,
Da wird das Herz noch gewogen;
|: Da tritt kein anderer für ihn ein,
Auf sich selber steht er da ganz allein. :|
2. Aus der Welt die
Freiheit verschwunden ist,
Man sieht nur Herren und Knechte;
Die Falschheit herrschet, die Hinterlist,
Bei dem feigen Menschengeschlechte:
|: Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
Der Soldat allein ist der freie Mann! :|
3. Des Lebens Ängste,
er wirft sie weg,
Hat nichts mehr zu fürchten, zu sorgen;
Er reitet dem Schicksal entgegen keck,
Trifft's heut nicht, so trifft es doch morgen.
|: Und trifft es morgen so lasset uns heut
Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit. :|
4. Von dem Himmel fällt
ihm sein lustiges Los,
Braucht's nicht mit Müh zu erstreben.
Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,
Da meint er den Schatz zu erheben.
|: Er gräbt und schaufelt, solang er lebt,
Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt. :|
5. Der Reiter und sein
geschwindes Roß,
Sie sind gefürchtete Gäste!
Es flimmern die Lampen im Hochzeitsschloß;
Ungeladen kommt er zum Feste,
|: Er wirbt nicht lange, er zeigt nicht Gold,
Im Sturm erringt er den Minnesold. :|
6. Warum weint die Dirn'
und zergrämt sich schier?
Laß fahren dahin, laß fahren!
Er hat auf Erden kein bleibend' Quartier,
Kann treue Lieb' nicht bewahren.
|: Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
Seine Ruh' läßt er an keinem Ort! :|
7. Auf des Degens Spitze
die Welt jetzt liegt,
Drum froh, wer den Degen jetzt führet,
Und bleibet nur wacker zusammengefügt,
Ihr zwingt das Glück und regieret.
|: Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,
Der mutige Springer erreicht sie doch. :|
8. Drum frisch,
Kameraden, den Rappen gezäumt,
Die Brust im Gefechte gelüftet!
Die Jugend brauset, das Leben schäumt!
Frischauf! eh der Geist noch verdüftet!
|: Und setzet ihr nicht das Leben ein,
Nie wird euch das Leben gewonnen sein! :|
Singweise: Jakob
Zahn, 1797
Dichter: Friedrich von Schiller, 1797
Interpret: Erich Kunz, "Deutsche Universitäts- und Volkslieder, Lied 20"