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Volkstümlicher Lobgesang
Christliche Lieder (20. Jh.)

Weihnachtslieder

Kinderliede
r

Märsche

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Landeshymnen

Nationalhymnen

Amerikanischer Lobpreis

 

Ave Maria
(Ellens dritter Gesang)

1. Ave Maria! Jungfrau mild, Erhöre einer Jungfrau Flehen,
Aus diesem Felsen starr und wild Soll mein Gebet zu dir hinwehen.
Wir schlafen sicher bis zum Morgen, Ob Menschen noch so grausam sind.
O Jungfrau, sieh der Jungfrau Sorgen, O Mutter, hör ein bittend Kind!
Ave Maria!

2. Ave Maria! Unbefleckt! Wenn wir auf diesen Fels hinsinken
Zum Schlaf, und uns dein Schutz bedeckt Wird weich der harte Fels uns dünken.
Du lächelst, Rosendüfte wehen In dieser dumpfen Felsenkluft,
O Mutter, höre Kindes Flehen, O Jungfrau, eine Jungfrau ruft!
Ave Maria!

3. Ave Maria! Reine Magd! Der Erde und der Luft Dämonen,
Von deines Auges Huld verjagt, Sie können hier nicht bei uns wohnen,
Wir woll'n uns still dem Schicksal beugen, Da uns dein heil'ger Trost anweht;
Der Jungfrau wolle hold dich neigen, Dem Kind, das für den Vater fleht.
Ave Maria!

Übersetzer: Adam Storck
Tonsatz: Franz Schubert, 1825
Aus D839, Op 52 No 6
Interpret: Maria Callas

Denn alles Fleisch ist wie Gras

Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen. 1. Petri 1,24

So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen. Jacobi 5,7

Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. 1. Petri 1,25

Die Erlöseten des Herrn werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen und Schmerz und Seufzen wird weg müssen. Jesaias 35,10

Verfasser: Johannes Brahms (1833-1897)
Werk: "Denn alles Fleisch ist wie Gras", op. 45 no. 2
Aus "Ein Deutsches Requiem"
Interpret: unbekannt

Denn Er hat seinen Engeln befohlen

Denn Er hat seinen Engeln befohlen über dir,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen 
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest,

dass sie dich auf den Händen tragen, 
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Bibelstelle: Psalm 91:11-12
Tonsatz: Felix Mendelssohn Bartholdy, 1844
Interpret: Dresdner Kreuzchor

Die Sonn' erwacht

Die Sonn erwacht, mit ihrer Pracht erfüllt sie die Berge, das Tal
O Morgenluft, o Waldesduft, o goldener Sonnenstrahl!

Mit Sing und Sang die Welt entlang! Wir fragen woher nicht, wohin.
Es treibt uns fort von Ort zu Ort mit freiem und fröhlichem Sinn.

In Nah und Fern führt uns ein Stern, auf ihn nur gerichtet den Blick!
O Freiheit, dir, wir folgen dir und keiner bleibt, keiner zurück.

Dichter: Pius Alexander Wolff, 1819
Tonsatz: Carl Maria von Weber , Oper "Preziosa", 1820
Interpret: Süddeutscher Pilgerchor

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
Und die Feste seiner Hände Werk.
Die Feste verkündigt seiner Hände Werk.


Nach dir, Herr, verlanget mich,
mein Gott ich hoffe auf dich.

Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege,
die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege,
so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll,
mein Herr, mein Gott, mein Vater, mein Vater!

Bibelstelle: Psalm 19:1-3
Tonsatz:
Emil Janssen (von bis unbekannt)
Interpret: Pro Christ Chor

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre

1. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.
Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne,
|: Und läuft den Weg gleich wie ein Held. :|

2. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke,
Die Gott so herrlich aufgestellt.
Verkündigt Weisheit und Ordnung and Stärke
Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?
Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte,
Dein Gott der Ordnung und dein Heil;
Er ist's, ihn liebe von ganzem Gemüte
|: Und nimm an seiner Gnade teil. :|

Dichter: Johann Christian Fürchtegott Gellert
Singweise: Ludwig van Beethoven
Interpret: Montanara Chor

Ein' feste Burg ist unser Gott

1. Ein’ feste Burg ist unser Gott, Ein’ gute Wehr und Waffen;
Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen.
Der alt’ böse Feind, Mit Ernst er’s jetzt meint,
Groß’ Macht und viel List Sein’ grausam’ Rüstung ist,
Auf Erd’ ist nicht seinsgleichen.

2. Mit uns’rer Macht ist nichts getan, Wir sind gar bald verloren;
Es streit’ für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
Der Herr Zebaoth, Und ist kein and’rer Gott,
Das Feld muß er behalten.

3. Und wenn die Welt voll Teufel wär’ Und wollt’ uns gar verschlingen,
So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, Wie sau’r er sich stellt,
Tut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht’,
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein’ Dank dazu haben;
Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben.
Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr’, Kind und Weib:
Laß fahren dahin, Sie haben’s kein’ Gewinn,
Das Reich muß uns doch bleiben.

Bibelstelle: Psalm 46
Dichter & Tonsatz: Martin Luther, 1529
Interpret 1: BACH J.S.: 082 - Ein Choralbuch für Johann Sebastian - Kleine Feste - Psalmlieder
Interpret 2: Norton Anthology of Western Music, "Vol. 1 Disc 3"

Gott, der du die Liebe heißt

5. Arie (Duett) T B
Gott, der du die Liebe heißt,
Ach, entzünde meinen Geist,
Laß zu dir vor allen Dingen
Meine Liebe kräftig dringen!
Gib, daß ich aus reinem Triebe
Als mich selbst den Nächsten liebe;
Stören Feinde meine Ruh,
Sende du mir Hülfe zu!

Dichter: Verse 1 und 6: Konrad Hubert, 1540; Verse 2-5: unbekannt
Tonsatz
: Johann Sebastian Bach, 1741
Aus „Allein zu dir, Herr Jesu Christ", BWV 33
Interpret: unbekannt

Gott ist mein Hirt'

Gott ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grünen Auen,
Er führet mich zu frischem Wasser,
Sein Wort erquicket meine Seele,
Er führet mich auf rechter Straße, um seines Namens Willen.
Und wall' ich auch im Todesschattentale, so fürchte ich kein Unglück,
Denn Du bist mein Hirt', Dein Stab und Deine Stütze sind mir immerdar mein Trost.
Du richtest mir ein Freudenmahl im Angesicht der Feinde zu,
Du salbst mein Haupt mit Öle und schenkst mir volle Becher ein.
Mir folget Treu und Seligkeit in diesem Leben nach,
Einst ruh' ich ewg'e Zeit dort in des Ew'gen Reich.

Gott ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln.
Er lagert mich auf grüne Weide,
er leitet mich an stillen Bächen.
Er labt mein schmachtendes Gemüt,
Er führt mich auf gerechtem Steige zu seines Namens Ruhm.
Und wall' ich auch im Todesschattentale, so wall' ich ohne Furcht,
denn Du beschützest mich, Dein Stab und Deine Stütze sind mir immerdar mein Trost.
Du richtest mir ein Freudenmahl im Angesicht der Feinde zu,
Du salbst mein Haupt mit Öle und schenkst mir volle Becher ein.
Mir folget Treu und Seligkeit in diesem Leben nach,
einst Ruh' ich ewg'e Zeit dort in des Ew'gen Reich.

Bibelstelle: Psalm 23
Tonsatz
: Franz Schubert, op. 132 (1797-1828)
Interpret: King's College Choir, "Heavenly Voices"

Großer Gott, wir loben dich

1. Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen
stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen,
rufen dir stets ohne Ruh': Heilig, heilig, heilig! zu.

3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Himmelsheere,
starker Helfer in der Not ! Himmel, Erde, Luft und Meere
sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum.

4. Der Apostel heil'ger Chor, der Propheten hehre Menge,
schickt zu deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge;
der Blutzeugen lichte Schar lobt und preist dich immerdar.

5. Dich Gott Vater auf dem Thron,
loben Große, loben Kleine.
Deinem eingeborenen Sohn
singt die heilige Gemeinde,
und sie ehrt den Heil'gen Geist,
der uns seinen Trost erweist.

5. Auf dem ganzen Erdenkreis
loben Große und auch Kleine.
Dich, Gott Vater, dir zum Preis
singt die heilige Gemeinde:
Sie verehrt auf seinem Thron
deinen eingebor'nen Sohn.

6. Du, des Vaters ew'ger Sohn,
hast die Menschheit angenommen,
bist vom hohen Himmelsthron
zu uns auf die Welt gekommen,
hast uns Gottes Gnad' gebracht,
von der Sünd' uns frei gemacht.

6. Sie verehrt den Heil'gen Geist,
welcher uns mit seinen Lehren
und mit Troste kräftig speist;
der, O König aller Ehren,
der mit dir, Herr Jesu Christ,
und dem Vater ewig ist.

7. Durch dich steht das Himmelstor allen, welche glauben offen.
Du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf dich hoffen;
du wirst kommen zum Gericht, wenn der letzte Tag anbricht.

8. Herr steh' deinen Dienern bei,
welche dich in Demut bitten.
Kauftest durch dein Blut uns frei,
hast den Tod für uns gelitten;
nimm uns nach vollbrachtem Lauf
zu dir in den Himmel auf.

8. Steh' denn, o Herr, uns bei,
die wir dich in Demut bitten.
Die dein Blut dort machte frei,
als du für uns hast gelitten.
Nimm uns nach vollbrachtem Lauf
zu dir in den Himmel auf.

9. Sieh dein Volk in Gnaden an,
hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit' es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.

9. Sieh dein Volk in Gnaden an;
hilf uns, segne, Herr, dein Erbe!
Leit es auf der rechten Bahn,
daß der Feind es nicht verderbe;
Hilf, daß es durch Buß und Fleh'n
dich im Himmel möge seh'n.

10. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett' aus Sünden, rett' aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott.

11. Herr, erbarm, erbarme dich;
auf uns komme, Herr, dein Segen;
leit' und schütz' uns väterlich,
bleib' bei uns auf allen Wegen !
Auf dich hoffen wir allein;
lass uns nicht verloren sein.

11. Herr, erbarm, erbarme dich!
Laß uns deine Güte schauen
Deine Treue zeige sich
Wie wir fest auf dich vertrauen;
Auf dich hoffen wir allein;
Laß uns nicht verloren sein.

Liedursprung: Lüneburg, 1688
Umgedichtet von: Ignaz Franz um 1770, nach "Te Deum Laudamus" des Nicetas von Remisiana aus dem 4. Jhd.
Später neu vertont von: Peter Ritter
(1770 – 1847)
Interpret: Montanara Chor

Ich bete an die Macht der Liebe

1. Ich bete an die Macht der Liebe,
Die sich in Jesus offenbart;
Ich geb' mich hin dem freien Triebe,
Wodurch auch ich geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken,
Ins Meer der Liebe mich versenken.

1. Ich bete an die Macht der Liebe,
Die sich in Jesu offenbart;
Ich geb' mich hin dem freien Triebe,
Wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken,
Ins Meer der Liebe mich versenken.

2. Für mich ist ewig Herz und Leben,
Erlöser, Du mein einzig Gut!
Du hast für mich Dich hingegeben
Zum Heil durch Dein Erlösungsblut.
O Heil des schweren tiefen Falles,
Für mich ist ewig Herz und alles!

2. Für Dich sei ganz mein Herz und Leben,
Mein süßer Gott, und all mein Gut!
Für Dich hast Du mir's nur gegeben;
In Dir es nur und selig ruht.
Hersteller meines schweren Falles,
Für Dich sei ewig Herz und alles!

3. Ich liebt und lebte recht im Zwange, wie ich mir lebte ohne Dich;
Ich wollte Dich nicht, ach so lange, doch liebest Du und suchtest mich,
Mich böses Kind aus bösem Samen, im hohen, holden Jesusnamen.

4. In diesem teuren Jesusnamen
Das Vaterherze öffnet sich;
Ein Brunn' der Liebe, Fried und Freude
Quillt nun so nahe auch für mich.
Mein Gott, wenn's doch der Sünder wüßte!
- sein Herz wohl bald Dich lieben müßte.

4. Des Vaterherzens tiefste Triebe
In diesem Namen öffnen sich;
Ein Brunn' der Freude, Fried und Liebe
Quillt nun so nah', so mildiglich.
Mein Gott, wenn's doch der Sünder wüßte!
- sein Herz alsbald Dich lieben müßte.

5. Wie bist Du mir so sehr gewogen,
Und wie verlangt Dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und stark gezogen,
Neigt sich mein Alles auch zu Dir.
Du große Liebe, gutes Wesen,
Du hast mich, ich hab' Dich erlesen.

5. Wie bist Du mir so zart gewogen,
Wie verlangt Dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und tief gezogen,
Neigt sich mein Alles auch zu Dir.
Du traute Liebe, gutes Wesen,
Du hast mich und ich Dich erlesen.


6. Ich fühl's, Du bist's, Dich muß ich haben, ich fühl's, ich muß für Dich nur sein;
Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in Dir allein.
Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich Deinen sel'gen Zügen.

7. Ehr' sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt,
Von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Sel'gen Schar dort trinkt.
Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände!

8. O Jesu, daß Dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein!
Möcht' Deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein!
Im Wort, im Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen.

Dichter: Gerhard Tersteegen, 1729
Tonsatz: Dmytro Bortnjanskyj, 1822
Interpret: Bachchor Siegen

Ich singe Dir mit Herz und Mund

1. Ich singe Dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust,
Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von Dir bewußt.

2. Ich weiß, daß Du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist,
Daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt.

3. Was sind wir doch? Was haben wir? Auf dieser ganzen Erd,
Das uns, o Vater, nicht von Dir Allein gegeben werd.

4. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu
Und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei.

5. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr,
Ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer.

6. Du zählst, wie oft ein Christe wein' und was sein Kummer sei;
Kein Zähr- und Tränlein ist so klein, du hebst und legst es bei.

7. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht
Und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht.

8. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut!
Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut.

9. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Teil, dein Glanz und Freudenlicht,
Dein Schirm und Schild, dein' Hilf' und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht.

10. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht?
Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht!

11. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt?
Wie manches schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt!

12. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht
Und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr' gereicht.

13. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment;
Nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'.

14. Ei nun, so laß ihn ferner tun und red' ihm nichts darein,
So wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein.

Dichter: Paul Gerhardt (1607-1676)
Tonsatz: Johann Crüger (1598-1662)
Interpret: Wetzlarer Jugendchor

Jauchzet Gott in allen Landen

1. Arie S
Jauchzet Gott in allen Landen! Was der Himmel und die Welt
An Geschöpfen in sich hält, müssen dessen Ruhm erhöhen,
Und wir wollen unserm Gott gleichfalls itzt ein Opfer bringen,
Daß er uns in Kreuz und Not allezeit hat beigestanden.

2. Rezitativ S
Wir beten zu dem Tempel an,
Da Gottes Ehre wohnet,
Da dessen Treu,
So täglich neu,
Mit lauter Segen lohnet.
Wir preisen, was er an uns hat getan.
Muß gleich der schwache Mund von seinen Wundern lallen,
So kann ein schlechtes Lob ihm dennoch wohlgefallen.

3. Arie S
Höchster, mache deine Güte ferner alle Morgen neu.
  So soll vor die Vatertreu auch ein dankbares Gemüte
  Durch ein frommes Leben weisen, daß wir deine Kinder heißen.

4. Choral S
Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn, Heiligem Geist!
Der woll in uns vermehren, was er uns aus Gnaden verheißt,
Daß wir ihm fest vertrauen, gänzlich uns lass'n auf ihn,
Von Herzen auf ihn bauen, daß uns'r Herz, Mut und Sinn
Ihm festiglich anhangen; drauf singen wir zur Stund:
Amen, wir werd'n's erlangen, Glaub'n wir aus Herzensgrund.

("Nun lob, mein Seel, den Herren," Vers 5)

Dichter: unbekannt
Tonsatz: Johann Sebastian Bach, BWV 51, um 1730
Interpret: unbekannt

Jesus bleibet meine Freude

Jesus bleibet meine Freude, meines Herzens Trost und Saft,
Jesus wehret allem Leide, er ist meines Lebens Kraft.
Meiner Augen Lust und Sonne, meiner Seele Schatz und Wonne;
Darum laß' ich Jesum nicht, aus dem Herzen und Gesicht.

Tonsatz: Johann Sebastian Bach, 1716
Dichter
: Salomo Franck, 1717
Aus „
Herz und Mund und Tat und Leben“, BWV 147a, Strophe 10
Interpret: Westlands Mannenkoor

Lobe den Herren

1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren!
Meine geliebte Seele, das ist mein Begehren.
Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe, wacht auf!
Lasset den Lobgesang hören!

2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
Der dich auf Flügeln des Adelers sicher geführet,
Der dich erhält, wie es dir selber gefällt.
Hast du nicht dieses verspüret?

3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat dich der gnädige Gott
Über dir Flügel gebreitet.

4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet,
Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran, was der Allmächtige kann,
Der dir mit Liebe begegnet.

5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen.
Alles was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen.
Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht;
Lob ihn und schließe mit Amen!

Dichter und Tonsatz: Joachim Neander, 1680
Aus "Glaub- und Liebesübung"
Interpret: Festliche Musik von Johann Sebastian Bach

Nun danket alle Gott

1. Nun danket alle Gott
Mit Herzen, Mund und Händen,
Der große Dinge tut
An uns und allen Enden,
Der uns von Mutterleib
Und Kindesbeinen an
Unzählig viel zu gut
Bis hier her hat getan. 

1. Nun danket alle Gott
Mit Herzen, Mund und Händen,
Der große Dinge tut
Ans uns und allen Enden;
Der uns an Leib und Seel
Von früher Kindheit an
Unzählig viel zu gut
Bis hierher hat getan.

2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unsrem Leben
Ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben,
Und uns in seiner Gnad, erhalten fort und fort
Und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

3. Lob, Ehr und Preis sei Gott,
Dem Vater und dem Sohne
Und dem, der beiden gleich
Im höchsten Himmelsthrone,
Dem einig höchsten Gott,
Als er anfänglich war    
Und ist und bleiben wird
Jetzt und immerdar.

3. Lob, Ehr und Preis sei Gott,
Dem Vater und dem Sohne
Und dem, der beiden gleich
Im höchsten Himmelsthrone,
Dem dreimal einen Gott,
Wie er ursprünglich war
Und ist und bleiben wird
Jetzt und immerdar!

Dichter: Martin Rinkart, 1636
Tonsatz: Johann Crüger, 1647
Interpret: Fischerchöre

Nun ruhen alle Wälder

1. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder,
Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen,
Auf auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt.

2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben,
Die Nacht, des Tages Feind; Fahr hin! Ein' ander' Sonne,
Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint.

3. Der Tag ist nun vergangen, Die güld'nen Sterne prangen
Am blauen Himmelssaal; Also werd' ich auch stehen,
Wann mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammertal.

4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe,
Das Bild der Sterblichkeit; Die Zieh ich aus. Dagegen
Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr' und Herrlichkeit.

5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zu Ende
Die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden
Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden Arbeit frei.

6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder,
Der Betten ihr begehrt; Es kommen Stund und Zeiten,
Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'.

7. Mein Augen steh'n verdrossen, Im Hui sind sie geschlossen,
Wo bleibt denn Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden,
Sei gut für allem Schaden, Du Aug' und Wächter Israel.

8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine freude,
Und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen,
So lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein.

9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben!
Kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch selig schlafen,
Stell' euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar.

Musik: Heinrich Isaak, 1539
Dichter: Paul Gerhardt, 1648
Neu vertont von: Johann Sebastian Bach, 1729, "Harmonie von Bach"
Interpret: Kleine Kantorei des CS, "Frohe Botschaft im Lied"

O Haupt voll Blut und Wunden

1. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron',
O Haupt, sonst schön gezieret Mit höchster Ehr' und Zier,
Jetzt aber höchst schimpfieret: Gegrüßet sei'st du mir!

2. Du edles Angesichte, Davor sonst schrickt und scheut
Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit!
Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht,
Dem sonst kein Licht nicht gleichet, So schändlich zugericht't?

3. Die Farbe deiner Wangen, Der roten Lippen Pracht
Ist hin und ganz vergangen; Des blaßen Todes Macht
Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft,
Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft.

4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last;
Ich hab' es selbst verschuldet, Was du getragen hast.
Schau her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat;
Gib mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'!

5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an!
Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Gut's getan.
Dein Mund hat mich gelabet Mit Milch und süßer Kost;
Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust.

6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht!
Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht;
Wenn dein Haupt wird erblaßen Im letzten Todesstoß,
Alsdann will ich dich faßen In meinen Arm und Schoß.

7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl,
Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll.
Ach, möcht' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier
Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir!

8. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund,
Für deines Todes Schmerzen, Da du's so gut gemeint.
Ach gib, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu'
Und, wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei!

9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir;
Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür;
Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein,
So reiß mich aus den Ängsten Kraft deiner Angst und Pein!

10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod,
Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot!
Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll
Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Bibelstelle: Matthäus 27,28-29
Dichter: Bernard von Clairvaux, 1153
Übersetzt aus dem Lateinischen ins Deutsche von Paul Gerhardt, 1656
Singweise: Hans L. Hassler 1601, Harmonie von Bach, 1729
Interpret: Sir Georg Solti Conducting the Chicago Symphony Orchestra & Chorus

O Welt, sieh hier dein Leben

1. O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben,
dein Heil sinkt in den Tod.
Der große Fürst der Ehren lässt willig sich beschweren
mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

2. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen
so übel zugericht'?
Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder,
von Missetaten weißt du nicht.

3. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden
des Sandes an dem Meer,
die haben dir erreget das Elend, das dich schläget,
und das betrübte Marterheer.

Dichter: Paul Gerhardt (1607-1676)
Vertonung: Heinrich Isaac (um 1460-1517)
Chorsatz: Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Interpret: Wetzlarer Evangeliumschor, "Unvergessen - Lieder die bleiben (4)"

Wach auf, du Geist der ersten Zeugen

1. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen,
der Wächter, die auf Zions Mauern stehn,
die Tag und Nächte nimmer schweigen
und die getrost dem Feind entgegengehn,
ja deren Schall die ganze Welt durchdringt
und aller Völker Scharen zu dir bringt.

2. O daß doch bald dein Feuer brennte,
o möcht es doch in alle Lande gehn!
Ach Herr, gib doch in deine Ernte
viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn.
O Herr der Ernte, siehe doch darein:
die Ernt ist groß, der Knechte Zahl ist klein.

3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten
uns diese Bitt in unsern Mund gelegt.
O siehe, wie an allen Orten
sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt,
dich herzinbrünstig hierum anzuflehn;
drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn.

4. So gib dein Wort mit großen Scharen,
die in der Kraft Evangelisten sein;
laß eilend Hilf uns widerfahren
und brich in Satans Reich mit Macht hinein.
O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis
dein Reich bald aus zu deines Namens Preis!

5. Ach daß die Hilf aus Zion käme!
O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht,
dein Volk aus dem Gefängnis nähme!
O würd es doch nur bald vor Abend licht!
Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei
und komm herab zur Hilf und mach uns frei!

6. Ach laß dein Won recht schnelle laufen,
es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein.
Ach führe bald dadurch mit Haufen
der Heiden Füll zu allen Toren ein!
Ja wecke dein Volk Israel bald auf,
und also segne deines Wortes Lauf!

7. Laß jede hoh und niedre Schule
die Werkstatt deines guten Geistes sein,
ja sitze du nur auf dem Stuhle
und präge dich der Jugend selber ein,
daß treuer Lehrer viel und Beter sein,
die für die ganze Kirche flehn und schrein!

8. Du wirst dein herrlich Werk vollenden,
der du der Welten Heil und Richter bist;
du wirst der Menschheit Jammer wenden,
so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist.
Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn:
du tust doch über Bitten und Verstehn.

Verfasser: Karl Heinrich von Bogatzky, 1750
Interpret: Studiochor S+G, Sopran: Hannelore Finkbeiner, "Mit Chorälen durchs Jahr"

Wer nur den lieben Gott lässt walten

1. Wer nur den lieben Gott lässt walten 
und hoffet auf Ihn allezeit, 
den wird er wunderbar erhalten 
in aller Not und Traurigkeit. 
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, 
der hat auf keinen Sand gebaut.

1. Wer nur den lieben Gott lässt walten
Und hoffet auf ihn allezeit,
Den wird er wunderlich erhalten
In allem Kreuz und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
Der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen, 
was hilft uns unser Weh und Ach? 
Was hilft es, dass wir alle Morgen 
beseufzen unser Ungemach? 
Wir machen unser Kreuz und Leid 
nur größer durch die Traurigkeit.

3. Man halte nur ein wenig stille 
und sei auch in sich selbst vergnügt, 
wie unser's Gottes Gnadenwille, 
wie sein' Allwissenheit es fügt. 
Gott, der uns sich hat auserwählt, 
der weiß gar wohl auch, was uns fehlt.

3. Man halte nur ein wenig stille 
und warte in sich selbst vergnügt, 
wie unseres Gottes gnäd'ger Wille, 
wie sein allweiser Rat es fügt. 
Gott, der uns ihm hat auserwählt, 
der weiß am besten, was uns fehlt.

4. Er kennt die rechten Freudenstunden,
Er weiß wohl, wann es nützlich sei.
Wenn er uns nur hat treu erfunden
Und merket keine Heuchelei,
So kommt Gott, eh' wir's uns versehn,
Und lässet uns viel Gut's gescheh'n.

5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze,
Dass du von Gott verlassen sei'st,
Und dass der Gott im Schoße sitze,
Der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
Und setzet jeglichem sein Ziel.

6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen
Und ist dem Höchsten alles gleich,
Den Reichen arm und klein zu machen,
Den Armen aber groß und reich.
Gott ist der rechte Wundermann,
Der bald erhöh'n, bald stürzen kann.

7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, 
verricht das Deine nur getreu 
und trau des Himmels reichem Segen, 
so wird er bei dir werden neu. 
Denn welcher seine Zuversicht 
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Dichter & Tonsatz: Georg Neumark, 1642
Interpret: Winzbacher Knabenchor, "Den Kummer sich vom Herzen singen"

Wohl mir, dass ich Jesum habe

Wohl mir, dass ich Jesum habe, o wie feste halt' ich ihn,
Daß er mir mein Herze labe, wenn ich krank und traurig bin.
Jesum hab' ich, der mich liebet und sich mir zu eigen gibet;
Ach drum laß' ich Jesum nicht, wenn mir gleich mein Herze bricht.

Tonsatz: Johann Sebastian Bach, 1716
Dichter
: Salomo Franck, 1717
Aus „
Herz und Mund und Tat und Leben“, BWV 147a,
Strophe 6
Interpret: unbekannt

deutschtum.net
Zusammengestellt von
Ronny Herbst